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Was sagt die Laktat-Leistungsdiagnostik (bzw. Laktat-Leistungskurve) aus?

Mit Hilfe der Meßgröße Laktat ist es möglich, die energetische Komponente einer Belastung zu erfassen. Mittels eines Stufentests, bei welchem am Ende jeder Belastungsstufe der Laktatwert bestimmt wird, kann die Anstiegscharakteristik des Laktats erfasst werden. Die Laktat-Leistungskurve (s. Abb.) hat drei Informationspunkte.

Der erste Diagnostikaspekt betrifft den unteren Teil der Laktat-Leistungskurve. Die wesentliche Information ist daher die Bestimmung der Leistung, bei der die Laktatkonzentration 2, 3 und 4 mmol/l erreicht wird. Diese Meßpunkte kennzeichnen das Niveau der aeroben Leistungsfähigkeit – die aerobe Basisleistung. Eine Rechtsverschiebung der Laktat-Leistungskurve bei einem Retest bedeutet Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Zunahme der Trainingswirkung auf die aeroben Leistungsgrundlagen.

Die zweite Information betrifft den Mittelabschnitt der Laktat-Leistungskurve. Aus seiner Lage bzw. Verschiebung nach rechts kann auf die Wirksamkeit von Kraftkomponenten oder höheren Intensitätsanteilen im Training geschlossen werden.

Die dritte Information wird aus dem Endpunkt der Laktat-Leistungskurve bzw. dem Verlauf (Steilheit) des Endabschnittes abgeleitet. Die Zunahme der anaeroben Mobilisationsfähigkeit führt zu einem steileren Anstieg des letzten Abschnittes der Laktat-Leistungskurve und zum höheren Laktatwert bei Belastungsabbruch. Fehlt der steile Endteil der Laktat-Leistungskurve und verläuft dieser flach, dann kann auf ungenügendes Training intensiver und kurzer Strecken geschlossen werden.

Der Idealfall der Leistungsverbesserung (also bei einem zweiten bzw. dritten Vergleichstest) umfasst alle drei Belastungskategorien. Es kommt zu einer Rechtsverschiebung des unteren und mittleren Kurventeils und zum steilen und höheren Ansteigen des Endteils. Dies wird allerdings kaum möglich sein, da ein Zuwachs an aerober Leistungsfähigkeit eine Verschlechterung der anaeroben Fähigkeiten bewirkt und umgekehrt.

Die Diagnose der aktuellen Leistungsfähigkeit und einer eventuellen Veränderung der Laktat-Leistungskurve nach einer bestimmten Trainingsdauer muss natürlich immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Sportart und dem Zeitpunkt der Analyse innerhalb eines Trainings- bzw. Wettkampfzyklus gesehen werden.

 
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